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Wartung

Wartung der Wärmepumpe: Was der Service prüft und was Sie selbst tun können

Laub weg, Kondensat frei, Druck im Blick – den Rest übernimmt der Service. Was zur Wartung gehört und wie Sie ein Wartungsangebot lesen.

Aktualisiert am 5 Min. LesezeitRedaktion Betriebskosten Wärmepumpe

Eine Wärmepumpe verbrennt nichts – Abgasmessung und Brennerreinigung fallen weg. Wartung braucht sie trotzdem, denn die hält die Effizienz hoch und kleine Schäden klein. Einen belegten Durchschnittspreis dafür haben wir nicht; deshalb steht hier, was dazugehört, was Sie selbst tun können und wie Sie ein Angebot lesen.

Kapitel 1: Was beim Service geprüft wird

Ein ordentlicher Wartungstermin umfasst mehr als einen Blick aufs Display. Diese Punkte gehören dazu:

  • Außengerät: Lamellen des Wärmetauschers sauber, Ventilator frei, keine Schäden am Gehäuse
  • Kondensat: Ablauf frei, im Winter ohne Eisbildung
  • Heizkreis: Anlagendruck, Schmutzfänger und Filter, Ausdehnungsgefäß
  • Kältekreis: Sichtprüfung auf Ölspuren und Schäden, bei vorgeschriebener Pflicht die Dichtheitsprüfung
  • Elektrik und Regelung: Anschlüsse, Software, Fehlerspeicher, Heizkurve
  • Warmwasser: Speicher, Einstellungen für die Trinkwasserhygiene und, je nach Speicher, die Schutzanode
  • Betriebsdaten: Laufzeiten, wie oft der Verdichter startet, wie lange der Heizstab lief

Beim Außengerät geht es nicht um Optik: Verschmutzte Lamellen behindern den Luftstrom, und die Wärmepumpe muss für dieselbe Wärme länger laufen. Der letzte Punkt der Liste wird gern vergessen und ist für die Stromrechnung der wichtigste. Startet der Verdichter auffällig oft oder hat der Heizstab viel gearbeitet, stimmt etwas an Auslegung oder Einstellung.

Nächster Schritt: Bitten Sie um ein schriftliches Protokoll mit Messwerten und Betriebsdaten. Es ist Ihre Vergleichsbasis für das nächste Jahr.

Kapitel 2: Was Sie selbst tun können

Vieles, was eine Wärmepumpe zuverlässig hält, braucht keinen Termin:

  • Halten Sie das Außengerät frei von Laub, Schnee und Pflanzen. Die Luft muss ungehindert ein- und ausströmen.
  • Decken Sie das Gerät im Betrieb nicht ab, auch nicht im Winter.
  • Werfen Sie nach Frostnächten einen Blick auf den Kondensatablauf. Bildet sich dort Eis, melden Sie es.
  • Lesen Sie den Anlagendruck ab. Welcher Bereich normal ist, steht in der Anleitung.
  • Notieren Sie einmal im Monat den Stromzähler der Wärmepumpe und, wenn vorhanden, die erzeugte Wärme.
  • Schreiben Sie Fehlermeldungen mit Datum auf, statt sie nur zu quittieren.

Finger weg vom Kältekreis: Arbeiten daran gehören in die Hand einer dafür qualifizierten Fachkraft.

Nächster Schritt: Legen Sie ein einfaches Betriebsbuch an – Datum, Zählerstände, Auffälligkeiten. Eine Seite pro Monat reicht.

Ihre Betriebskosten, durchgerechnet

Der Fachbetrieb rechnet mit Ihrem Verbrauch, Ihrem Tarif und Ihrem Haus durch, welche laufenden Kosten eine Wärmepumpe bei Ihnen hätte.

Kosten durchrechnen lassen

Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.

Kapitel 3: Wie oft – und warum der Rhythmus zählt

Wie oft eine Wärmepumpe gewartet werden sollte, gibt der Hersteller vor. Die Vorgabe steht in der Anleitung und gehört in jeden Wartungsvertrag. Eine allgemeingültige Zahl nennen wir nicht, weil sie von Gerät und Hersteller abhängt.

Den Rhythmus einzuhalten, lohnt sich doppelt. Erstens erkennt der Service schleichende Probleme früh. Zweitens knüpfen manche Hersteller ihre Leistungen im Schadensfall an einen Nachweis regelmäßiger Wartung.

Für die Dichtheitsprüfung des Kältekreises gilt eine eigene Regel. Ob sie vorgeschrieben ist, hängt vom Kältemittel und von der Füllmenge ab; für bestimmte fluorierte Kältemittel regelt das die EU-F-Gase-Verordnung.

Nächster Schritt: Notieren Sie das Intervall aus der Anleitung und tragen Sie den nächsten Termin in Ihren Kalender ein – am besten vor der Heizsaison.

Warnzeichen zwischen zwei Terminen

Manches sollte nicht bis zur nächsten Wartung warten. Melden Sie sich beim Fachbetrieb, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • neue, ungewohnte Geräusche am Außen- oder Innengerät
  • ein Außengerät, das dauerhaft vereist bleibt – kurzes Abtauen ist dagegen normal
  • einen Anlagendruck, der immer wieder abfällt
  • Fehlermeldungen, die nach dem Quittieren wiederkommen
  • einen Stromverbrauch, der bei ähnlichem Wetter deutlich über dem Vorjahresmonat liegt

Für den letzten Punkt brauchen Sie Ihr Betriebsbuch aus Kapitel 2. Ohne eigene Zahlen fällt ein schleichender Mehrverbrauch oft erst mit der Jahresabrechnung auf.

Kapitel 4: Den Wartungsvertrag lesen

Wartungsangebote lassen sich nur vergleichen, wenn klar ist, was sie enthalten. Diese Punkte sollten im Vertrag stehen:

Punkt im Vertrag Worauf Sie achten
Leistungsumfang Welche Prüfungen konkret? Eine Liste ist besser als „Inspektion“.
Kältekreis Ist die Dichtheitsprüfung enthalten, wenn sie vorgeschrieben ist?
Betriebsdaten Werden Laufzeiten, Heizstab und Effizienz ausgewertet?
Anfahrt und Material im Preis enthalten oder gesondert berechnet?
Störungen Reaktionszeit, Erreichbarkeit in der Heizsaison
Fernzugriff Darf der Service Daten aus der Ferne lesen, und was passiert damit?
Laufzeit Mindestlaufzeit, Kündigung, Preisanpassung

Ein günstiger Vertrag ohne Auswertung der Betriebsdaten kann am Ende teurer sein als ein umfassender. Denn was die Wartung nicht findet, bezahlen Sie über die Stromrechnung.

Nächster Schritt: Holen Sie das Wartungsangebot schon zusammen mit dem Angebot für die Anlage ein, nicht erst nach dem Einbau.

Der wichtigste Termin: nach dem ersten Winter

Im ersten Betriebsjahr zeigt sich, ob die Einstellungen zum Haus passen. Nach dem ersten Winter liegen echte Daten vor: Laufzeiten, Heizstab-Stunden, Stromverbrauch, erzeugte Wärme. Vereinbaren Sie für diesen Zeitpunkt einen Termin, bei dem die Regelung anhand dieser Daten nachjustiert wird.

Kapitel 5: Was Wartung mit Ihrer Stromrechnung zu tun hat

Fraunhofer ISE hat Luft-Wasser-Wärmepumpen in Bestandshäusern vier Jahre lang gemessen. Die Jahresarbeitszahlen reichten von 2,6 bis 4,9 – bei gleicher Technik. Ein Teil dieses Unterschieds steckt in Auslegung und Einstellung, und genau die schaut sich eine gute Wartung an.

Was das bedeuten kann, zeigt unsere Beispielrechnung für 20.000 kWh Wärme im Jahr, Wärmepumpentarif 24 ct/kWh plus 140 € Grundpreis: Arbeitet die Anlage mit 2,6 statt 3,4, braucht sie 7.692 statt 5.882 kWh Strom. Das sind 1.986 € statt 1.552 € im Jahr.

Typische Stellschrauben sind eine zu hoch eingestellte Heizkurve, ein Heizstab, der unbemerkt mitläuft, und ein fehlender hydraulischer Abgleich. Was Wartung dagegen nicht reparieren kann, ist eine falsch dimensionierte Anlage – deshalb gehört die Heizlastberechnung an den Anfang, nicht ans Ende. Für den Abgleich rechnet enerix mit 500–1.000 € (Stand September 2026).

Nächster Schritt: Lassen Sie sich beim Service die Jahresarbeitszahl des vergangenen Jahres zeigen – oder berechnen Sie sie selbst: erzeugte Wärme geteilt durch verbrauchten Strom.

Kapitel 6: Unterlagen aufbewahren

Sammeln Sie Wartungsprotokolle, Rechnungen und Ihr Betriebsbuch an einem Ort. Bei einem Schaden belegen sie, dass gewartet wurde. Bei einem Verkauf des Hauses zeigen sie, wie die Anlage gelaufen ist. Und beim nächsten Wartungsangebot sehen Sie sofort, was bisher enthalten war.

Nächster Schritt: Legen Sie einen Ordner oder eine digitale Mappe an – mit Anleitung, Protokollen und Ihren Monatswerten.

Ihre Betriebskosten, durchgerechnet

Der Fachbetrieb rechnet mit Ihrem Verbrauch, Ihrem Tarif und Ihrem Haus durch, welche laufenden Kosten eine Wärmepumpe bei Ihnen hätte.

Kosten durchrechnen lassen

Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.

Gute Wartung ist kein Selbstzweck. Sie hält die Anlage zuverlässig und die Jahresarbeitszahl dort, wo sie bei der Planung prognostiziert wurde – und damit die größte laufende Ausgabe, den Strom, im Rahmen.

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Wärmepumpe gewartet werden?

Das gibt der Hersteller vor. Es steht in der Anleitung und gehört in den Wartungsvertrag. Halten Sie sich an diese Vorgabe – manche Hersteller machen ihre Leistungen im Schadensfall von einem Wartungsnachweis abhängig.

Was kostet ein Wartungsvertrag für die Wärmepumpe?

Dafür haben wir keinen belegten Durchschnittswert. Vergleichen Sie Angebote deshalb nach Leistungsumfang: Anfahrt, Prüfung des Kältekreises, Auswertung der Betriebsdaten, Protokoll und Reaktionszeit bei Störungen.

Kann ich meine Wärmepumpe selbst warten?

Einen Teil ja: Außengerät frei halten, Kondensatablauf kontrollieren, Anlagendruck ablesen, Zählerstände notieren. Arbeiten am Kältekreis gehören dagegen in die Hand einer dafür qualifizierten Fachkraft.

Braucht eine Wärmepumpe eine Dichtheitsprüfung?

Das hängt vom Kältemittel und von der Füllmenge ab. Für bestimmte fluorierte Kältemittel schreibt die EU-F-Gase-Verordnung ab einer gewissen Menge regelmäßige Dichtheitsprüfungen vor. Ob das für Ihre Anlage gilt, steht in den Unterlagen oder sagt Ihnen der Fachbetrieb.

Quellen

  1. top agrar: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Bericht zur Messung von Fraunhofer ISE) (Zahlenstand 20.11.2025)
  2. Verbraucherzentrale NRW: Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (Zahlenstand 20.02.2026)
  3. enerix: Wärmepumpe – Kosten (Zahlenstand 29.09.2026)

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